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DIN EN ISO 13920

Welche Toleranzen gelten für Schweißbaugruppen?

Ohne Angabe auf der Zeichnung greifen Allgemeintoleranzen — getrennt für Längen- und Winkelmaße sowie für Form und Lage. Wer sie kennt, kalkuliert richtig.

Warum es eine eigene Norm dafür gibt

Eine geschweißte Konstruktion verzieht sich. Wärmeeinbringung, Schrumpfung und Eigenspannungen sorgen dafür, dass ein geschweißtes Bauteil nie so maßhaltig ist wie ein gefrästes. Deshalb gelten für Schweißkonstruktionen eigene Allgemeintoleranzen — die DIN EN ISO 13920 —, nicht die aus der DIN ISO 2768.

Zwei Toleranzgruppen

  • Längen- und Winkelmaße — Klassen A, B, C, D. A ist die engste, D die weiteste. Die zulässige Abweichung wächst mit dem Nennmaß: Ein Maß von 30 mm hat eine deutlich kleinere Toleranz als eines von 3000 mm.
  • Form und Lage — Klassen E, F, G, H. Sie regeln Geradheit, Ebenheit und Parallelität. E ist die engste, H die weiteste.

Angegeben wird die Kombination, zum Beispiel ISO 13920-BF — mittlere Maßtoleranz, mittlere Form- und Lagetoleranz. Das ist in der Praxis der häufigste Fall.

Was passiert ohne Angabe auf der Zeichnung

Steht auf der Zeichnung nichts, gibt es keine automatisch gültige Klasse — es gilt, was vereinbart wurde. Genau daraus entstehen die meisten Reklamationen. Wir schreiben die zugrunde gelegte Klasse deshalb ins Angebot, damit vor der Fertigung klar ist, worüber wir reden.

Was engere Toleranzen kosten

Eine Klasse enger bedeutet fast immer: Schweißvorrichtung bauen, Schweißfolge optimieren, gegebenenfalls richten oder nach dem Schweißen mechanisch nacharbeiten. Das ist machbar — aber es kostet, und zwar überproportional.

Der wirtschaftlichere Weg: Nicht die ganze Baugruppe eng tolerieren, sondern nur die Maße, auf die es funktional ankommt. Also die Bohrbilder, die Anschlussflächen, die Lagersitze — und den Rest in einer weiteren Klasse laufen lassen. Wenn Sie uns sagen, welche Maße kritisch sind, planen wir die Fertigung entsprechend.

Praktische Hinweise für die Zeichnung

  • Toleranzklasse im Schriftfeld angeben, z. B. „Allgemeintoleranzen ISO 13920-BF“
  • Funktionsmaße einzeln und enger tolerieren — nicht alles pauschal
  • Angeben, ob im Rohzustand oder nach der Oberflächenbehandlung gemessen wird
  • Bei mechanischer Nacharbeit nach dem Schweißen: Aufmaß vorsehen
  • Messbezug festlegen (Bezugsstelle A, B, C) — sonst misst jeder anders

Und die Baugruppentoleranz nach 1090?

Für tragende Stahlbauteile kommen zusätzlich die Toleranzen aus DIN EN 1090-2 ins Spiel — dort wird zwischen wesentlichen und funktionsbedingten Toleranzen unterschieden, und die zulässigen Werte hängen von der Ausführungsklasse ab. Mehr zu den Ausführungsklassen →

Diese Seite ist eine allgemeine Erläuterung und ersetzt weder den Normentext noch eine Fachplanung. Maßgeblich ist immer die gültige Fassung der Norm.

Frage zu Ihrem Bauteil?

Wir klären Norm, Klasse und Toleranz, bevor gefertigt wird — im Angebot, nicht hinterher.

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