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DIN EN ISO 1461

Verzinkungsgerecht konstruieren.

Feuerverzinkte Bauteile brauchen Öffnungen, damit die Zinkschmelze überall hinkommt und wieder abfließt. Wird das erst im Zinkwerk bemerkt, ist es zu spät.

Was beim Feuerverzinken passiert

Das Bauteil wird gebeizt, gespült, gefluxt, getrocknet und dann in etwa 450 °C heiße Zinkschmelze getaucht. Dabei bildet sich eine metallurgisch fest verbundene Zink-Eisen-Schicht. Die DIN EN ISO 1461 regelt die Anforderungen und Prüfung dieser Überzüge, die DIN EN ISO 14713-2 gibt die konstruktiven Hinweise.

Die wichtigste Regel: Zulauf und Ablauf

Jeder Hohlraum braucht Öffnungen, damit die Schmelze hineinlaufen und wieder herauslaufen kann — und damit Luft entweichen kann. Wo Luft eingeschlossen bleibt, wird die Innenfläche nicht benetzt. Wo Zink nicht abläuft, entstehen dicke Ansammlungen, die nachgearbeitet werden müssen.

Öffnungen gehören immer diagonal gegenüber — jeweils an der höchsten und der tiefsten Stelle in Tauchlage. Rohrkonstruktionen und Kastenprofile sind hier die Klassiker.

Der gefährlichste Fehler: geschlossene Hohlräume

Ein vollständig dicht verschweißter Hohlraum ist im Zinkbad ein ernstes Sicherheitsrisiko: Eingeschlossene Feuchtigkeit verdampft schlagartig, der Druck steigt, das Bauteil kann bersten. Kein seriöses Zinkwerk taucht so ein Teil. Geschlossene Hohlräume müssen deshalb entweder geöffnet oder als solche gekennzeichnet und anders behandelt werden.

Verzug vermeiden

Beim Eintauchen erwärmt sich das Bauteil ungleichmäßig — Eigenspannungen aus dem Schweißen und Walzen werden frei. Große, dünne, unsymmetrische Bauteile verziehen sich am stärksten. Was hilft:

  • Symmetrisch konstruieren und symmetrisch schweißen
  • Stark unterschiedliche Blechdicken in einer Baugruppe vermeiden
  • Große Flächen aussteifen oder unterteilen
  • Aufhängepunkte einplanen — sonst bohrt sie das Zinkwerk irgendwo hin

Schichtdicke

Die geforderte Mindestschichtdicke nach DIN EN ISO 1461 hängt von der Materialdicke ab: dickeres Material bekommt eine dickere Schicht. Beeinflusst wird das Ergebnis außerdem vom Siliziumgehalt des Stahls — bestimmte Bereiche (die sogenannten Sandelin-Bereiche) führen zu stark überhöhten, spröderen und matt-grauen Überzügen. Wenn die Optik wichtig ist, sollte die Stahlsorte entsprechend gewählt werden.

Weitere Punkte, die wir vor der Fertigung klären

  • Gewinde: werden vor dem Verzinken gefertigt und danach nachgeschnitten oder mit Übermaß ausgeführt
  • Passflächen und Bohrungen: Zinkauftrag einplanen
  • Kennzeichnungen: eingeschlagen oder eingeschweißt, nicht aufgeklebt
  • Beschichtung auf Zink (Duplexsystem): braucht eine geeignete Vorbehandlung
  • Maximale Bauteilgröße: begrenzt durch die Kesselmaße des Zinkwerks

Wie wir das handhaben

Wir prüfen Ihre Zeichnung vor der Fertigung auf Bohrungen, Wandstärken und Steifigkeit und stimmen die Details mit dem Zinkwerk ab. Sie bekommen das fertige, verzinkte und auf Wunsch farbig beschichtete Bauteil — nicht eine Rohkonstruktion und die Adresse eines Verzinkers.

Diese Seite ist eine allgemeine Erläuterung und ersetzt weder den Normentext noch eine Fachplanung. Maßgeblich ist immer die gültige Fassung der Norm.

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Wir klären Norm, Klasse und Toleranz, bevor gefertigt wird — im Angebot, nicht hinterher.

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